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05.10.2018

Fördern und fordern – mehr ökologischen Ausgleich in Bebauungsplänen

Redebeitrag zum Satzungsbeschluss des Bebauungsplanes Nr. 164 "Indutrie- und Gewerbegebiet Eiker Esch"

 

 

Zum Satzungsbeschluss des B-Planes 164 beantragen wir folgende Änderungen:

1)     Pflanzgebote

§8 b (Unterpunkt 2)  der textlichen Festsetzungen wird wie folgt geändert:

Zur landschaftlichen Einbindung und Abgrenzung des Gewerbe- und Industriegebietes gegenüber den südlich gelegenen Siedlungsstrukturen sowie zur Schaffung von Vernetzungs- und Teillebensräumen erfolgt eine 35 m breite,  20-reihige Gehölzanpflanzung aus standortheimischen Gehölzen.

Die Festsetzung einer entsprechenden  Bauverbotszone entlang der Bundesstraße würde sich als Verlängerung des bestehenden Grünstreifens des GE/GI Schleptrup in das Landschaftsbild einfügen.  Sie würde sich als effektiver Sichtschutz für die Anlieger  entwickeln und die von den Schleptrupern gewünschte interne Ausgleichsfläche vergrößern. Letztlich käme die Bauverbotszone  auch dem erhöhten Schutzbedarf der Wasserschutzzone IIIb zugute, denn die Flächen des künftigen Gewerbegebietes  Eiker Esch liegen etwa zur Hälfte in dieser Wasserschutzzone.

 

2)     Grünordnung

§ 11 Abs. 2 wird wie folgt ausgeführt:

Es sind nur Flachdächer und flach geneigte Dächer mit einer Neigung bis zu 20 Grad zulässig.

Dachflächen ab einer Größe von 100 qm sind mit einer Dachbegrünung zu versehen.

Die Dachflächen sind mit einem mindestens 12 cm dicken durchwurzelbarem Substrataufbau zu versehen, zu begrünen und zu unterhalten.

 

Nach Süden und nach Westen gerichtete Fassaden sind zu begrünen sofern geschlossene Fassadenabschnitte von 8 und mehr Meter Länge und 2,5 und mehr Meter Höhe vorliegen.

Je angefangene 5 Meter fenster- und tür/torloser Fassade ist mindestens ein Kletter-, Rang- oder Schlinggehölz zu pflanzen.

Dach- und Fassadenbegrünungen müssen aufgrund der mit dem Klimawandel einhergehenden Anforderungen feste Bestandteile von Bebauungsplänen sein. Sie sind ein Ausgleich für die vorgenommenen Flächenversiegelungen und stellen eine ergänzende Regenwasserspeicherung- und rückhaltung bei Starkregenereignissen dar. Sie haben positive umgebungsklimatische Effekte und stellen zudem eine ästhetische Aufwertung der Gewerbeflächen dar.

 

In der Diskussion zu der Forderung nach Fassaden- und Dachbegrünung wurde immer wieder vorgebracht, dass hier wegen der entstehenden Kosten eine unzumutbare Forderung gegenüber der Wirtschaft vorliege.

Hierzu möchte ich am Beispiel des fertiggestellten Industrie- und Gewerbegebietes Schleptrup folgendes ausführen:

 

Die Gesamtkosten der Stadt für dieses Industrie-und Gewerbegebiet lagen nach Angaben der Bauverwaltung bei 11,5 Mio €. Die durch Vermarktung der Flächen zu erzielenden Beträge liegen bei 7,6 Mio €. Insgesamt hat hier also eine städtische Wirtschaftsförderung von ca. 4 Mio € stattgefunden. Nach Berechnungen unserer Fraktion liegt der Gesamt-Förderungsbetrag sogar bei 5,6 Mio €.

 

Auch mit dem Eiker Esch wird eine Wirtschaftsförderung durch die Stadt in Millionenhöhe verbunden sein. Wie in anderen politischen Bereichen sollte auch bei der Wirtschaftsförderung „fördern“ mit „fordern“ verbunden sein. Wir halten deshalb die Forderung nach einer breiteren Bauverbotszone und nach Dach und Fassadenbegrünungen für Gebäude im Gewerbe- und Industriegebiet Eiker Esch im Gesamtkontext mit der städtischen Wirtschaftsförderung für angemessen und durchaus zumutbar.

 

gez. Dieter Sieksmeyer

 

 

 

 

 



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