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05.01.2018

Erneute Einleitung von PAK-belastetetem Abwasser in Engter/Lappenstuhl

Nach Klagen von Anliegern wurden am 18.12.17 durch Mitarbeiter des Abwasserbeseitigungsbetriebes Bramsche wieder Wasserproben an einem in den Pelkebach entwässernden Abflussrohr im Industriegebiet Engter entnommen. Die dazugehörige Abflussleitung befindet sich an der L78 zwischen den Abfahrten Igels Sand und Heywinkelstraße .

Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück veranlasste eine Untersuchung der zur Verfügung gestellten Beprobung des aus dem Rückhaltebecken des Betriebsgeländes der Fa. Dallmann südlich Igels Sand in den Pelkebach abgelassenen Wassers. Der gemessene Wert überschreitet den Grenzwert um mehr als das 50-fache.

Die Werte liegen mit 106,77 Mikrogramm pro Liter noch 40% über dem im Juni von Dr. Wilcke (LK -Osnabrück) mitgeteilten höchsten gemessenen Wert von 75,74 Mikrogramm pro Liter, die parallel zur L 78, im Juni 2017 ermittelt wurden. Es scheint hier also eine Art Konzentrat vorzuliegen.

Dass im Nachgang zu der im Februar 2017 festgestellten Gewässerverunreinigung jetzt erneut PAK-haltige Abwässer in den Pelkebach eingeleitet wurden, ist ein Umweltskandal ersten Ranges. Nachdem die jahrzehntelang ohne Genehmigung betriebenen Einleitungsquellen im Juni geschlossen wurden, ist jetzt eine im Jahr 2010 mit dem B-Plan 99 „Südlich des Mittellandkanals“ erlaubte Direkteinleitung von Oberflächenwasser zur Einleitung der mutmaßlich krebserregenden Substanzen in den Pelkebach genutzt worden. Da es zur Zeit des Einlaufs nicht regnete, ist zudem nicht auszuschließen, dass hier zuvor gesammeltes giftiges Abwasser gezielt einer „Entsorgung“ zugeführt wurde.

Der Vorfall macht erneut deutlich, dass der Umgang mit Gefahrstoffen und Sonderabfällen nicht in die Hand von hierzu nicht befähigten Unternehmen gehört. Zudem verbietet die unmittelbare Nähe zum Wassereinzugsgebiet Wittefeld an dieser Stelle jede Form der Direkteinleitung von Abwässern von Gefahrstoff-verarbeitenden Betrieben.

Dass allein durch die Aufmerksamkeit von Anliegern die illegalen Einleitungen erfasst wurden, wirft ein schlechtes Licht auf die Untere Wasserbehörde des Landkreises Osnabrück und das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt. Der PAK-Umschlag im Industriegebiet Engter durfte nach der Gewässerverunreinigung im Frühjahr fortgeführt werden, ohne dass eine wirkungsvolle Kontrolle der gemachten Auflagen erfolgt ist.




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